Siegener Zeitung, 15.12.2016

Weichen gestellt

ALTENHOF Grundlegende Änderungen im Pastoralen Raum / Nur noch ein Pfarrer und ein Priester
Die Pfarrgemeinderatswahlen im Herbst werden möglicherweise verschoben.

yve. Wie kann und wird es bei uns weitergehen? Diese Frage bestimmt seit geraumer Zeit das Denken der Gemeindemitglieder des Pastoralen Raumes Wendener Land. Wie bereits gestern aktuell berichtet, erhielten zahlreiche Gläubige am Dienstagabend Antworten. Domkapitular Monsignore Andreas Kurte, Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat, hatte dazu zu einer Gemeindeversammlung in die Bürgerbegegnungsstätte nach Altenhof eingeladen. Die Anwesenden zu zählen, war schier unmöglich. Ein Großteil der Zuhörer verfolgten die Zusammenkunft daher im Stehen; vor Beginn mussten zusätzliche Stühle gestellt und die Trennwand im Inneren der Bürgerbegegnungsstätte entfernt werden. Schätzungen gehen von mindestens 500 Teilnehmern aus.

26 Jahre sei er im Dienst, so Domkapitular Monsignore Kurte. Selten habe er eine so gut besuchte Veranstaltung erlebt. Mitangereist aus Paderborn waren Gunther Landschütz, stellv. Leiter der Beratungsdienste Pastorale Supervision und Gemeindeberatung im Erzbistum, Dirk Salzmann, Pastor und Supervisor, Monsignore Martin Reinert und Thomas Wendland, Mitarbeiter der Personalabteilung für pastorale Berufe.

In seiner Ansprache zeigte Domkapitular Kurte dann die ersten Schritte für einen kompletten Neuanfang im Pastoralen Raum auf, der in den vergangenen Monaten bekanntlich von immensen Streitigkeiten rund um Pfarrer Ludger Vornholz geprägt war. Wie bereits berichtet, beinhalten die grundlegenden Änderungen, dass Pfarrer Vornholz den Verbund zum 1. März 2017 verlässt und an anderer Stelle im Erzbistum eingesetzt wird. „Wir wissen um die Zerrissenheit, Verärgerung und Enttäuschung über diese Entscheidung. Für andere ist es ein entscheidender Schritt zu einem Neuanfang im Pastoralen Raum", so Monsignore Kurte. Die Pfarrstelle wird wieder ausgeschrieben – „sinnvoll scheint mir eine Neubesetzung der Pfarrstelle frühestens nach einem halben Jahr zum Herbst 2017". Für die Vakanzzeit wird Dechant Andreas Neuser (Attendorn) zum Pfarrverwalter ernannt. Seine Aufgabe besteht darin, sich wöchentlich mit dem Team der Hauptamtlichen zu treffen und den Kontakt zum Pfarrbüro zu halten. Zuständig für die Seelsorge wird das Pastoralteam sein, mit dem das Komitee aus Paderborn im Vorfeld der Gemeindeversammlung ins Gespräch getreten war.

Zudem erfolgen weitere Veränderungen und Versetzungen für die Priester. Vikar Jörg Kutrieb als auch Vikar Mike Lambrecht verlassen Wenden zum Herbst 2017. Ab diesem Zeitpunkt wird nur noch ein Priester neben dem Leitenden Pfarrer im Pastoralen Raum Wendener Land wirken. Kurte: „Das hat nichts mit Ihrer Situation zu tun." Das sei dem Einsatzplan des Erzbistums geschuldet – „wir stehen vor völlig neuen Herausforderungen". Er könne nur das Personal verteilen, was er habe.

Brigitte Hennecke, Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates, fragte im zweiten Teil der Versammlung, der mit „Austausch" überschrieben war (siehe gesonderten Bericht), wie mit den Pfarrgemeinderatswahlen umgegangen werden sollte, schließlich seien diese im Herbst 2017, also zeitgleich mit dem geplanten Dienstbeginn des neuen Pfarrers. Der Domkapitular hielt fest, dass es eventuell sinnvoll sei, die Wahlen zu verschieben. „Lassen Sie den neuen Pfarrer erstmal ankommen."

In Bezug auf den Weggang von Pfarrer Vornholz hielt Kurte unmissverständlich fest. „Pfarrer Vornholz hat Erzbischof Becker von sich aus seinen Stellenverzicht angeboten und um einen Stellenwechsel gebeten." Damit dementierte er die Gerüchte, dass der Bischof Vornholz aus Wenden „herausgetrieben" habe. Der Domkapitular: „Immer wieder erreichten mich in der Vergangenheit Zuschriften, in denen die Qualität des Seelsorgers Pfarrer Vornholz deutlich herausgehoben wurde. Bei allen Streitpunkten ist festzuhalten, dass er auf diesem Feld sehr gute Arbeit geleistet hat. Erzbischof Becker hat dies Pfarrer Vornholz gegenüber zum Ausdruck gebracht."

Die Frage, wie es nun weitergeht in den Kirchengemeinden, „können wir nur gemeinsam mit Ihnen angehen". Wichtig sei: „Ein neuer Pfarrer muss um die Geschehnisse der letzten Jahre wissen." Wie mehrfach berichtet, kam es im Zuge der Bildung des Pastoralen Raumes Wendener Land zu Dissonanzen zwischen Mitgliedern der Kirchengemeinden auf der einen und dem Pastoralteam, insbesondere Pfarrer Vornholz, auf der anderen Seite. Unzufrieden unter anderem mit dessen Führungsstil, hatte sich ein Initiativkreis gebildet, der seine Verärgerung darüber unter anderem mit einer Postkartenaktion mit 1200 Unterschriften zum Ausdruck gebracht hatte.

Die zurückliegenden Vorkommnisse aufzuarbeiten, wäre für den neuen Pfarrer eine Überforderung, so Monsignore Kurte. „Niemand wird das leisten können." Das Schaffen einer guten Startbasis müsse vor der Neubesetzung erfolgen. „Ein neuer Weg mit einem neuen Pfarrer kann nur eingeschlagen werden, wenn dieser ohne Last gemeinsam mit Ihnen nach vorne gehen kann." Nur so sei ein Neubeginn möglich. An dieser Stelle wiederholte Kurte, was er bereits in der Begegnung mit Vertretern der Pfarrgemeinderäte und des Initiativkreises gesagt habe. So sei im

Nachhinein festzuhalten, dass bei der Bildung des Pastoralen Raumes Wendener Land Fehler gemacht worden seien. „Vor allem wurden – auch von mir – Alarmsignale aus den Gemeinden nicht richtig eingeschätzt. Aus den Fehlern der ersten Prozesse haben wir viel gelernt. Innerhalb unseres Hauses gibt es ein Frühwarnsystem, im relativ schnell kritische Themen in den Blick zu nehmen."

Die Aufgabe eines neuen Leiters werde darin bestehen, die unterschiedlichen Interessen in einer Gemeinde zu bündeln und zu binden. „Es gilt, sich hier vor Ort auf eine neue Form der Verständigung zu einigen." Der Domkapitular warb für „ein Miteinander, das Anerkennung, Verbindlichkeit und Wertschätzung erkennen lässt".

Doch wie können die neuen Wege in den nächsten Monaten beschritten werden? Das Erzbistum möchte der Gemeinde eine Kombination aus einem geistlichen Angebot und einer Begleitung durch Beratungsdienste anbieten (siehe gesonderten Bericht). „Es braucht Ihre Bereitschaft, die jetzige Situation in einem gemeinsamen Schulterschluss anzugehen", so der Domkapitular.

Aktuelle Öffnungszeiten des Pfarrbüros

Das Pfarrbürro ist bis auf weiteres donnerstagnachmittags geschlossen.  

Notfallrufnummer

für dringende
seelsorgliche Notfälle
z. B. bei Todesfällen oder
zur Krankensalbung 
0151 / 11 77 55 06

Aktuelle Termine

Gottesdienständerungen

St. Marien Altenhof
Do. 23.11. 14.30 Uhr Requiem
St. Antonius Eins. Gerlingen
Sa- 25.11. 10.00 Uhr Requiem

Hl. Messen und deren Intentionen werden in das jeweilige Requiem verlegt-

 

 

 

 

       

 

 

 


 

 

 

Newsletter

Hier können Sie sich für unseren Newsletter anmelden

Öffnungszeiten PV-Büro

Steckebahn 3
Tel. 02762/4000200

Öffungszeiten:
Mo.: 9-12 Uhr
Di.: 9-12 u. 15-18 Uhr
Mi.: geschlossen
Do.: 9-12
Fr.: 9-12 Uhr

 

Zum Seitenanfang